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Wohlleben: Schwache und kranke Wurzeln und Wurzelrückbildung

 

im Mai/Juni 2020

9. P.W. S.17: „Die Wurzeln eines Baumes reichen sehr weit, mehr als das Doppelte seiner Kronenbreite.“

H.B.: Das war in Peter Wohllebens Jugendzeit noch so, heute nicht mehr. Die Wurzelmasse hat sich bei allen Bäumen seit ca. 1975 von Jahr zu Jahr bis jetzt langsam aber stetig verringert. In jeder Jahreswachstumsphase fand weniger Zuwachs an Wurzelmasse statt!
P.W. S.181: „ … und wenn in einem solchen Orkan ganze Fichtenwälder fallen, so betrifft dies in der Regel die künstlichen Forste aus Fichten und Kiefern. Sie stehen oft auf geschädigten, mit Maschinen verdichteten und somit kaum durchwurzelbaren Böden, können sich also nicht richtig festhalten. Zudem werden diese Nadelbäume bei uns viel größer als im Norden Europas und behalten ihre Nadeln auch in der kalten Jahreszeit. Daraus resultiert eine große Windangriffsfläche, verbunden mit der Hebelwirkung des langen Stammes. Das die schwachen Wurzeln hier nicht standhalten, ist also nicht katastrophal, sondern nur logisch.“

H.B.: Die beschriebenen Gründe sind unzutreffend und unlogisch. Die künstlichen Forste, der verdichtete Boden, die Baumhöhe, die große Windangriffsfläche und die Hebelwirkung haben nichts mit dem Umfallen ganzer Fichtenwälder zu tun. Beweis: Von der Zeit, als die Dichter der deutschen Klassik und andere Denker den Harz bereisten, bis ca. 1980, war das Umfallen eines Fichtenbaumes eine ganz seltene Ausnahme. Von 1980 an bis heute, vor allem in den letzten fünf Jahren, verstärkte sich Windbruch und Windwurf dramatisch. Selbst junge Bäume fallen derzeit vermehrt um, weil sie eine zu geringe Wurzelmasse und Wurzelausdehnung haben. Ein wissenschaftlich bewiesener Grund hierfür ist die dauerhafte Überdüngung der Böden durch die Stickstoffdioxyde Nitrat und Ammonium. Über Millionen Jahre hinweg, war Stickstoffdioxyd immer nur knapp vorhanden. Die Wurzeln mussten weit ausschweifend danach suchen. Heute ist zu viel vorhanden, sodass einseitige Überdüngung besteht. Die benötigte Menge Stickstoffdioxyd findet jeder Baum heute auf einer Fläche die kleiner als seine Krone ist. Auf dieser kleinen nahrungs- und wassergebenden Fläche werden nun zu wenig basische Hauptnährstoffe und wahrscheinlich auch zu geringe Mengen von spezifischen Spurenelementen aufgenommen. Dazu kommt noch der zuvor beschriebene Aderlass des Kaliums aus den Wurzelspitzen zurück in den Boden. Die schädigenden Einflüsse der Fremdstoffe insgesamt auf die Wurzel lassen keine feste Umklammerung der Bodenpartikel und der Gesteine mehr zu. Deshalb können sich die Bäume nicht mehr fest im Boden verankern! Das ist eine katastrophale Entwicklung. Auch die Gefahr des Abrutschens von Hängen wird dadurch immer größer. Jeder Mensch kann sehen, dass die umgeworfenen Bäume zu kleine Wurzelteller haben. Wegen den durch Verätzungen zugefügten Schädigungen der Wurzeln und wegen des insgesamt geschwächten Pflanzenkörpers drängen dort Viren, Bakterien und Pilze schnell ein und lassen die Wurzel langsam aber sicher verfaulen. Seit den 1970er Jahren, wehren sich die Bäume gegen diese widrigen Lebensbedingungen.

Wird fortgesetzt…