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Wohlleben: Alle Bäume wachsen schneller

 

im Mai/Juni 2020

12. P.W. S.90: „Die Bäume wachsen schneller, wie die neuesten Waldinventuren belegen.“ Und: „Es ist ein ungesundes Wachstum, das nebenbei durch die heftigen Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft weiter befeuert wird. Also gilt die alte Regel doch noch: Weniger ist mehr.“

H.B.: Diese Aussage, dass weniger Stickstoffeinträge mehr Lebenszeit bedeuten, ist aber unzulänglich. Die Bäume wachsen schneller, weil Kohlendioxyd in zu großen Mengen vorhanden ist. Aus dem Kohlendioxid der Luft und des Bodens bildet sich der Baumkörper. Dagegen bilden die Stickstoffdioxyde das Blattgrün. Kohlendioxyd schadet dem Wachstum und der Alterung weniger, die Stickstoffdioxyde die heute in viel zu großen Mengen in Luft und Boden vorhanden sind, sehr wohl. Beide zusammen und die anderen Fremdstoffeinträge, verstoßen durch die Mengenpräsenz gegen das Gesetz des Minimums und schaden damit dem gesamten Pflanzenkörper durch Schwächung und ungesundes Wachstum. Die „heftigen Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft“ spielen nach meinem Denken keine so bedeutende Rolle wie behauptet wird. Bedeutender sind die Stickstoffdioxydeinträge in Form von Ammoniak/Ammonium, die aus industrieller Produktion stammen. Sie gelangen zusätzlich in die Stickstoffkreisläufe, was in den Mengen nicht sein darf. Hier stimme ich nicht mit den Wissenschaftlern überein, die die Landwirtschaft zum Hauptverursacher der Kohlendioxidfreisetzungen bestimmen. Das P.W. diesen gewaltigen, Schaden bringenden Faktor gar nicht erwähnt, ist falsch und auch merkwürdig. Denn es handelt sich hierbei um grundlegendes Fachschulwissen aus dem dritten Ausbildungsjahr der Berufsschule.

P.W. S.91: „Alt bedeutet bei Bäumen also nicht schwach, gebeugt und anfällig, sondern ganz im Gegenteil schwungvoll und leistungsstark. Baumgreise sind demnach deutlich produktiver als Jungspunde …!“

H.B.: Dies ist für jeden erkennbar falsch. Bäume in allen Altersklassen zeigen derzeit unterschiedlich starke Schwächemerkmale und frühe Vergreisung. Die alten Bäume sind aber am stärksten betroffen von den Schwächungen. Ihr volles Alter können sie derzeit nicht ansatzweise erreichen. Zu einer solchen Fehlbeurteilung kann man nur kommen, wenn man alle schädigenden Einflüsse tapfer verdrängt. Mit krass falschen Beschreibungen kann man dem Wald aber nicht helfen. Das zu schnelle Wachsen der Bäume hat zur Folge, dass im gleichen Zeitraum mehr Wasser benötigt wird, beziehungsweise mehr Wasser nachgeliefert werden müsste. Durch falsche Bewirtschaftung der Wälder fehlen aber große Mengen Wasser aus der von den Bäumen abgegebenen Verdunstungsfeuchte. Dadurch fällt in größerem Abstand zu den Meeren deutlich weniger Niederschlag und Regen. Das alleine wirkt schon schwächend.

Wird fortgesetzt...