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Wohlleben: Warngas vertreibt Fressfeinde und warnt die Nachbarbäume

 

im Juni/Juli 2020

14. P.W. S.15: „Die befressene Akazie verströmt ein Warngas (in diesem Fall Ethylen), welches den Artgenossen der Umgebung signalisiert, dass hier Unheil naht. Daraufhin lagern alle vorgewarnten Individuen ebenfalls Giftstoffe ein, um sich vorzubereiten.“

H.B.: Dies entspricht nicht den Tatsachen. Jeder Baum hat eine arttypische stoffliche Zusammensetzung! Darüber hinaus hat jedes einzelne Exemplar eine eigene, seinem genetischen und gesundheitlichen Zustand entsprechende Geruchsausstrahlung. Mit ihrem Geruchs- und Geschmackssinn finden Fressfeinde wie der Borkenkäfer, die Kastanienminiermotte und andere Insektenarten die für sie günstigsten geschwächten Bäume. Rehe, Hirsche und Giraffen finden die für sie bestausgestattetsten, nährstoff- und wasserreichsten Exemplare. Eine Vorwarnung an Nachbarbäume mit dem Ziel, dass diese sofort Giftstoffe einlagern, findet nicht statt.

P.W.: „Giraffen kennen dieses Spiel (der Vorwarnung) und ziehen daher etwas weiter über die Savannen, wo sie ahnungslose Bäume finden.“

H.B.: Das ist nicht so. Die Triebspitzen, die gerade frisch gewachsen sind, aber auch die winterlichen Knospenspitzen sind milder im Geschmack als die älteren Blätter oder Nadeln, die herber, teils auch giftiger und daher unbekömmlicher sind. Das frisch gewachsene und das bekömmlichste wird gesucht, weshalb viele Tierarten wandern. Das, was ihnen weniger guttut, rühren sie nicht an. Unsere Schafe und auch die Ziegen ließen die unterversorgten Triebspitzen der Eschen unbeachtet, während die starken, prall mit Saft gefüllten unteren Stamm- und Astpartien begierig blank geschält wurden. Früher war das umgekehrt. Der Knospenteil des Zweiges wurde immer zuerst aufgenommen.

Wird fortgesetzt…