Herzlich Willkommen

Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Welkesyndrom 3: Aktueller Einschub: Neuanlage Premium-Wanderweg 25

 

im März/April 2021

24. Am 29.3.21 fand in Witzenhausen- Kleinalmerode eine Ortsbegehung wegen der Wegführung des neu anzulegenden Premium- Wanderweges statt. Die beiden kleinen anwesenden Personengruppen bestanden aus der Öko-Investorengruppe und der Weganlagegruppe. Es wurde konträr und hart um die bestmögliche Lösung gerungen. Man wollte den Weg direkt an der 135m langen und 30m breiten Streuobstwiesen- Grenze und der benachbarten Süßkirschen-Altholzplantage entlang bauen. Das Streuobstwiesengelände ist vom Privat-Investor mit viel Aufwand zum wertvollen, sachgerechten Biotop ausgestaltet worden. Unter Anderem auch für seltene Vogelarten wie dem Steinkauz und dem Steinschmätzer! Für beide Arten ist das Gelände ideal. Die Investorengruppe befürchtete zu starke Beunruhigung durch Hunde, Kinder und neugierige Erwachsene, welche die besonderen Ausstattungen aus der Nähe sehen wollen. Gerade in der Nist- und Setzlingszeit April/Mai/Juni würde das den gesamten Biotopbereich in seinem Wert mindern. Scheuere zurückkehrende Zugvögel würden gleich weiterziehen. Statt der Wegführung unmittelbar längsseits durch Streuobstwiese und Kirschplantage hätte der parallel in geringem Abstand verlaufende vergraste Gemeindeweg genommen werden können. Diese Wegführung bietet sich geradezu an. Die wirtschaftlich denkende Gruppe der Weganleger stufte diese Argumente als unerheblich ein. Hauptargument war, das sich die Tiere an die Menschen gewöhnen würden. Was aber nur zum Teil richtig ist. Man einigte sich darauf, den Weg wie geplant anzulegen und mit einem orangefarbenen 1m hohen Schafweide-Plastikzaun auf der langen Seite zu versehen. Der Öko-Investor soll die Unruhebelastung über ein Jahr hinweg beobachten und schriftliche Berichte an die Untere Naturschutzbehörde liefern. Weil die getroffene Vereinbarung nach meinem Denken und Wissen falsch ist, kann ich dies aus Gewissensgründen nicht hinnehmen. Deshalb bitte ich von dieser Stelle aus das Regierungspräsidium Kassel, Abteilung Naturschutz, den Wegverlauf an dieser Stelle von sachkundigen, beruflichen Biologen oder Ökologen im Range des Prof. oder Dr. überprüfen zu lassen. Fachleute außen vor zu lassen ist fahrlässig. Darüber hinaus bitte ich durch Fachleute prüfen zu lassen, ob noch weitere Premiumwege im Werra-Meißner-Kreis angelegt werden sollten. Ich würde keinen weiteren Premiumweg mehr genehmigen. Werner Bätzing, Prof. der Kulturgeographie, beschreibt in seinem Buch "Die Alpen" wegweisend wie große Teile der alpinen Landschaft durch zu viele Wanderrouten und deren Abkürzungswege und sonstige menschliche Aktivitäten ökologisch und ästhetisch entwertet wurden und noch werden. Teile der Bevölkerung wehren sich dort bereits massiv gegen zu viel Tourismus! Hierzu sollte auch der Artenschutzbeitrag von Wolfram Brauneis in der HNA vom 26.3.21 "Keine würdige Jubiläumsfeier" beachtet werden. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich stehe zur Anlage dieses Premiumweges und werde ihn nach Kräften unterstützen. Es geht mir nur um die 135m Streckenführung.

Nebensächliches dazu: Der Jagdbezirk Kleinalmerode wird von der Jagdgenossenschaft und dem Jagdpächter sehr gut geführt. Ihnen gelang es, den Versuch den Premiumweg direkt an den Wildeinständen vorbeizuführen, abzuwehren. Dazu kann man nur gratulieren. Dem Streuobstwiesen- Biotopgestalter gelang dies nicht, was sehr bedauerlich ist. Ein demokratisches Gemeinwesen (Staat) kann nur funktionieren, wenn die vielfältige geistige Auseinandersetzung erhalten bleibt. Denn nur mit ihr können unheilvolle Entwicklungen verhindert werden.

 

Wird fortgesetzt…